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Das Einkommen muss versteuert und eine Steuererklärung erstellt werden

Was Berufsanfänger beim Start in den Job alles beachten sollten

Für alle, die Schule oder Studium beendet und einen Ausbildungsplatz beziehungsweise ersten Job gefunden haben, fängt ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Doch der Start ins Berufsleben sorgt nicht nur für finanzielle Unabhängigkeit, sondern bringt auch eine Reihe von organisatorischen Verpflichtungen mit sich.

Das Einkommen muss versteuert und eine Steuererklärung erstellt werden

Wer mit einer beruflichen Tätigkeit beginnt, brauchte bisher eine Lohnsteuerkarte, die alle Daten enthält, die für den Arbeitgeber zur Berechnung der Lohnsteuer notwendig sind. Seit dem Jahr 2013 gibt es dafür ein elektronisches Verfahren. Mit der Einführung der sogenannten "ELStAM" (Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale) können nun sämtliche Informationen zum Lohnsteuerabzug zwischen den Finanzämtern, Unternehmen und Arbeitnehmern digital übermittelt werden. Hat der künftige Arbeitgeber seine Lohnbuchhaltung noch nicht auf dieses System umgestellt, bekommt man als Berufseinsteiger vom Finanzamt eine entsprechende Ersatzbescheinigung. Hat der Arbeitgeber bereits in das neue Verfahren gewechselt, genügt es, dem Arbeitgeber die persönliche Identifikationsnummer, das Geburtsdatum und die Konfessionszugehörigkeit mitzuteilen, damit dieser die Daten elektronisch abrufen und den Jobanfänger im ELStAM-Verfahren anmelden kann.

Zusätzlich müssen bestimmte Arbeitnehmer einmal pro Jahr eine Steuererklärung abgeben. Inwiefern das schon für Berufsanfänger zutrifft, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Familienstatus, aber auch der Beschäftigungsart ab. Arbeitnehmer, die die Steuererklärung zum ersten Mal ausfüllen, müssen viele Details beachten und sollten im Zweifelsfall die Profis fragen. Ist man Angestellter in einem Unternehmen kommt dafür ein Lohnsteuerhilfeverein in Frage. Beratungsstellen für die Lohnsteuererklärung gibt es deutschlandweit an jedem Wohnort. Durch einen jährlichen Mitgliedsbeitrag erhält man hier eine entsprechende steuerliche Beratung und erfährt, was die Steuererklärung im Detail beinhalten muss und welche Kosten man geltend machen kann. Selbständig arbeitende Berufsanfänger können sich stattdessen an einen Steuerberater wenden.

Eine Krankenversicherung ist Pflicht, aber die Kasse frei wählbar

Berufseinsteiger sind auch sozialversicherungspflichtig. Dazu wird ein Teil des Einkommens vom Arbeitgeber für die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung einbehalten. Wer noch keine Sozialversicherungs- oder Rentenversicherungsnummer hat, sollte diese beim zuständigen Rentenversicherungsträger beantragen. Anschließend erhält man die entsprechenden Angaben sowie einen Sozialversicherungsausweis per Post.
Und meist muss sich der Jobanfänger auch um eine Krankenversicherung kümmern, denn sobald man eigenes Geld verdient und über 25 Jahre alt ist, endet die Familienversicherung. Angestellt tätige Auszubildende und Studienabsolventen werden in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Arbeitet man nach dem Studium selbständig, kann man entscheiden, ob man freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichert sein möchte. Privat krankenversicherte Studenten bleiben zunächst bei der privaten Krankenkasse, aber sobald sie ein pflichtversichertes Beschäftigungsverhältnis aufnehmen, können sie sich bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern lassen. Die neue Krankenkasse dürfen Berufsanfänger bis spätestens 14 Tage nach Beginn des Arbeitsverhältnisses frei wählen. Macht man von diesem Recht keinen Gebrauch, entscheidet der Arbeitgeber, bei welcher Kasse man angemeldet wird. Informationen darüber, welche Leistungen, die einzelnen Kassen anbieten, sind bei unabhängigen Vergleichsportalen wie zum Beispiel der Stiftung Warentest zu finden. Außerdem sollte man in Erfahrung bringen, wie beitragsstabil die einzelnen Krankenversicherungsträger sind. Hat man sich für eine Kasse entschieden, ist ein Wechsel erst mal nicht möglich, da die Mitgliedschaft für mindestens 18 Monate gilt.


Eine Krankenversicherung ist Pflicht, aber die Kasse frei wählbar

Foto: Was Berufsanfänger beim Start in den Job alles beachten sollten


(Foto: Thomas Siepmann  / pixelio.de)

Welche Versicherungen sonst noch wichtig sind

Eine private Haftpflichtversicherung sollte man als Jobanfänger in jedem Fall haben, denn schon für einen Beitrag von etwa 60 Euro pro Jahr kommt diese für Schäden auf, die man anderen zufügt. Und das kann gerade bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden schnell sehr teuer werden. Oft sind Auszubildende und Studenten noch über ihre Eltern haftpflichtversichert, doch zum Berufsstart muss man seinen eigenen Vertrag abschließen.

Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nahezu unverzichtbar, da die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit äußerst gering sind und man diese außerdem erst nach einer fünfjährigen Berufstätigkeit erhält. Eine Berufsunfähigkeitspolice verhindert, dass man finanziell abstürzt, wenn man aufgrund einer Erkrankung seinen Beruf aufgeben muss. Man sollte sich bei einem Versicherungsanbieter dementsprechend erkundigen, wie man bei einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit die entstehende Versorgungslücke schließen könnte und welche monatlichen Beiträge dafür zu zahlen wären. Eine monatliche Rente von mindestens 1.000 Euro sollte es für den Ernstfall mindestens sein. Wenn eine solche Versicherung im Moment finanziell nicht machbar ist oder der eigene Gesundheitszustand einen Abschluss unter den üblichen Bedingungen verhindert, kann man auch über Alternativen, wie etwa eine private Unfallversicherung nachdenken. Doch meist haben Berufsanfänger noch keine gesundheitlichen Probleme und eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt man mit relativ niedriger Prämie.Der Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung ist nur sinnvoll, wenn man seinen Lebens- oder Ehepartner oder bereits vorhandene Kinder finanziell absichern will. Alleinstehende Berufsanfänger brauchen eine solche Police nicht. Und eine Hausratsversicherung empfiehlt sich nur, wenn man in seiner Wohnung besonders wertvolle Möbel oder kostspielige technische Geräte hat.

Wie man sich als Einsteiger an den Arbeitsalltag gewöhnen kann

Wer eine Ausbildung oder den ersten Job nach dem Studium anfängt, muss sich vor allem an einen streng geregelten Tagesablauf mit festen Arbeitszeiten gewöhnen. Vorbei sind freie Nachmittage und die flexible Zeiteinteilung zur Erledigung des Lernpensums. Doch ein zeitlich genau definierter Arbeitstag hat auch Vorteile - nach Feierabend kann man sich voll und ganz und ohne schlechtes Gewissen seinen Freizeitaktivitäten widmen. Der neue Rhythmus bedeutet für die meisten trotzdem eine große Umstellung. Der neue Alltag spielt sich in wenigen Wochen aber ganz von selbst ein.

Im Job selbst sind gerade der erste Tag und die Anfangszeit ernüchternd. Meist wird man zunächst nur irgendwo hingesetzt und mit Materialversorgt, das man sich durchlesen soll. Viele fühlen sich so etwas verloren, da man die Kollegen nicht kennt, keinen eigenen Verantwortungsbereich hat und den Arbeitstag nicht selbst gestalten kann. Aus Mangel an Erfahrung dürfen Berufseinsteiger bei interessanten Projekten oft nur zuarbeiten und nicht selbst agieren. Außerdem ist es demotivierend, dass man von seinem Chef relativ wenig Beachtung bekommt. Dieses Verhalten sollte man nicht persönlich nehmen und sich dadurch nicht entmutigen lassen, da es am hektischen Arbeitsalltag liegt. Ein Vorgesetzter muss sich um viele Belange kümmern und kann sich mit neuen Mitarbeitern nur beschäftigen, wenn im Tagesgeschäft Zeit dafür ist.Zum Trost - aller anfängliche Frust wird sich bald legen. Sobald man seine Teamkollegen besser kennengelernt hat, die Zusammenhänge versteht, eigene Aufgaben erledigen und erste Erfolgserlebnisse verzeichnen kann, fühlt man sich im Unternehmen angekommen.

Autor: Sonja Haschkamp